10.Mai 2020 Sonntag Kantate

 

 

Wochenlied Evangelisches Gesangbuch Nr 302  "Du meine Seele singe" von Paul Gerhardt

1) Du meine Seele, singe,
wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge
zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben
hier preisen auf der Erd;
ich will Ihn herzlich loben,
solang ich leben werd.

2) Wohl dem, der einzig schauet
nach Jakobs Gott und Heil!
Wer dem sich anvertrauet,
der hat das beste Teil,
das höchste Gut erlesen,
den schönsten Schatz geliebt;
sein Herz und ganzes Wesen
bleibt ewig ungetrübt.

3) Hier sind die starken Kräfte,
die unerschöpfte Macht;
das weisen die Geschäfte,
die Seine Hand gemacht:
der Himmel und die Erde
mit ihrem ganzen Heer,
der Fisch unzähl´ge Herde
im großen wilden Meer.

4) Hier sind die treuen Sinnen,
die niemand Unrecht tun,
all denen Gutes gönnen,
die in der Treu beruhn.
Gott hält sein Wort mit Freuden,
und was Er spricht, geschicht,
und wer Gewalt muß leiden,
den schützt Er im Gericht.

5) Er weiß viel tausend Weisen,
zu retten aus dem Tod,
ernährt und gibet Speisen
zur Zeit der Hungersnot,
macht schöne rote Wangen
oft bei geringem Mahl;
und die da sind gefangen,
die reißt Er aus der Qual.

6) Er ist das Licht der Blinden,
erleuchtet ihr Gesicht;
und die sich schwach befinden,
die stellt Er aufgericht´.
Er liebet alle Frommen,
und die Ihm günstig seind,
die finden, wenn sie kommen,
an Ihm den besten Freund.

7) Er ist der Fremden Hütte,
die Waisen nimmt Er an,
erfüllt der Witwen Bitte,
wird selbst ihr Trost und Mann.
Die aber, die Ihn hassen,
bezahlet Er mit Grimm,
ihr Haus und wo sie saßen,
das wirft Er um und um.

8) Ach ich bin viel zu wenig,
zu rühmen Seinen Ruhm;
der Herr allein ist König,
ich eine welke Blum.
Jedoch weil ich gehöre
gen Zion in Sein Zelt,
ist´s billig, dass ich mehre
Sein Lob vor aller Welt.

Gebet

Neue und alte Lieder wollen wir dir singen, o Gott,
denn unser Glaube lebt in diesen Liedern,
die wir dir singen, als deine Gemeinde.

Doch noch müssen wir leben in liedloser Zeit,
verschlossen die Münder, stumm die Instrumente,
hier bei uns und an vielen Orten dieser Erde.

Aber unser Gebet können wir dir sagen,
gemeinsam vor dich treten, das vor dich bringen,
was uns bewegt, was dein Geist uns eingibt.

So bitten wir für all die Menschen, die krank sind
oder im Sterben liegen. Und für die Menschen,
die anderen dienen in Therapie und Pflege.

So bitten wir für all die Menschen, die sich sorgen
um die Seelen der Einsamen, die Verbindungen suchen
und Nähe schaffen, wo Trennung herrscht.

So bitten wir für all die Menschen, die in Sorge sind
um ihren Lebensunterhalt. Und für die Menschen,
die Verantwortung übernehmen für das wirtschaftliche Leben.

Wir sehnen uns zurück nach einem Leben mit frohen Liedern,
offenen Gesichtern und herzlichen Begegnungen,
so bitten wir dich: Komm uns entgegen, du unser Gott!

Amen.

Bildandacht für den Sonntag Kantate zum Lesen aus dem Gottesdienstinstut