So war's: Spiel-Spaß-Unterhaltung - Dämmerschoppen

würfel
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Dämmerschoppen beendet sein Angebot

Danke für mehr als vierzig Jahre fröhliche Gemeinschaft!

 

 

 

 

 

 

Hartmut Räbiger schreibt zum Abschied:

Die Würfel sind gefallen, es hat sich ausgespielt
 
„Wer gerne spielt, und das am liebsten in Gemeinschaft mit anderen, trifft im Dämmerschoppen auf Gleichgesinnte. Neben dem Spiel sollen der Spaß und die Unterhaltung nicht zu kurz kommen.“ So stand es in der Festschrift „50 Jahre Versöhnungskirche“. Und dazu hatten wir im Gemeindebrief eingeladen—jeden 3. Freitag im Monat, 18.30—22.00 Uhr im Gemeindesaal.
Doch nun hat es sich ausgespielt, nach mehr als vierzig Jahren beendet der Dämmerschoppen sein Angebot.  Die Gründe dafür sind vielschichtig.  In einem Brief an die Gäste des „Dämmerschoppen“, den ich hiermit öffentlich mache, hat das Team diese Gründe erläutert. Hinzu kommt aber auch noch, dass es gerade in dieser Zeit unmöglich ist, die Spielkarten, Spielsteine und Spielfiguren ständig zu desinfizieren oder zu erneuern.

Liebe Freunde des „Dämmerschoppen“,
lange habe ich überlegt, geht es weiter mit unserem Spieleabend, wenn ja, wann können wir wieder starten?
Die Überlegungen sind abgeschlossen! Nach meiner Einschätzung hat es sich „ausgespielt“, d.h., unter der derzeitigen Leitung wird es keinen Spieleabend mehr geben. Ob es ein Nachfolgeteam geben wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar, eher unwahrscheinlich
Damit endet die Geschichte einer Gruppe in unserer Gemeinde, die wohl eine der ältesten Gruppen in der Gemeinde war.  Gegründet wurde sie von tatkräftigen Mitgliedern der Gemeinde, die nach Krieg und Vertreibung einen Treffpunkt organisierten, um Gemeinschaft zu schaffen und zu leben. Dabei fallen mir einige Namen ein: Ehepaare Lehmann, Hohm, Brandt, Jäschke, Schmid, Frau Pascolo und meine Frau. Die Liste mag unvollständig sein, spontan sind mir diese Namen eingefallen.
Gemeinsam mit Frau Jäschke und Frau Pascolo haben meine Frau und ich am 21. November 2003 den Dämmerschoppen vom Ehepaar Schmid übernommen und den ersten gemeinsamen Spieleabend gestaltet. Es war gute Tradition, dass der Erlös, der bei diesen Spieleabenden erzielt wurde, der Kirchengemeinde zugutekommt in Form von Bargeld, aber auch um Dinge zu finanzieren, für die sonst kein Geld im Haushalt zur Verfügung stand. Auch hierbei fallen mir spontan einige Dinge ein: Renovierung des Büros der Pfarramtssekretärin, Erwerb einer Papierschneidemaschine, Zuschuss für eine neue Küchenzeile im Gemeindesaal, Kauf  der ersten 50 Kissen für die Stühle im Gemeindesaal, Beitrag für den behindertengerechten Zugang zur Kirche am Haupteingang. Gern denke ich auch an die Fröhlichkeit und Harmonie der Gäste und an die strahlenden Gesichter am jeweils letzten Spieleabend im Jahr mit einem besinnlichen Ausklang und einem kleinen Geschenk an die Gäste des Dämmerschoppens. Alles empfand ich als wohltuend und danke allen, die dazu beigetragen haben.
 
Ich denke aber auch an die ehemaligen Gäste, einige haben ihren Wohnsitz verändert, andere haben sich aus Gesundheitsgründen den Weg nicht mehr zugetraut oder sind bereits verstorben.
 
Die Gründe für die Entscheidung, die Aktivität des Dämmerschoppens zu beenden, sind leicht nachvollziehbar.  Corona spielt da sicher eine entscheidende Rolle, aber auch das zunehmende Lebensalter von uns: Das derzeitige Durchschnittsalter liegt bei 77,5 Lebensjahren, nur zwei Gäste sind jünger als 60 Jahre, vier Gäste sind bereits 90 Jahre und älter. Die zunehmende Immobilität führt zu einem weiteren Rückgang der Gästezahl. Wir alle gehören einer Altersgruppe an, die allgemein als Risikogruppe bezeichnet wird. Trotz vieler Bemühungen ist es nicht gelungen, den Kreis der Gäste zu verjüngen. Die wieder steigende Zahl an Infizierungen mit dem Corona-Virus lässt ein gemütliches Treffen mit Spiel, Spaß und Unterhaltung nicht zu.
Der Getränkeausschank und das Angebot an Speisen kann unter den gegebenen Umständen nicht aufrechterhalten werden.
 
Ich wünsche mir, dass wir noch einmal zusammenkommen, um gemeinsam Lebewohl zu sagen. Ort und Zeitpunkt dafür sind ungewiss. Der verbleibende erzielte Überschuss aus unseren Spielabenden kommt vereinbarungsgemäß der Kirchengemeinde zugute.
So bleibt mir zum Schluss nur noch, Ihnen und Euch zu danken. Es hat Spaß gemacht. So wünsche ich Ihnen und Euch alles Gute, viel Gesundheit und Gottes Segen, auch im Namen meiner Frau und Frau Pascolo.“
 
Diesen Wunsch und die Grüße möchte ich abschließend an die gesamte Gemeinde weiterleiten. Vielleicht findet sich jemand, der den Geist des „Dämmerschoppen“ wiederaufleben lässt!
Ihr
Hartmut Räbiger